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Hygiene-Erstinspektion nach VDI/DVGW 6023

Nach §17 (1) Trinkwasserverordnung sind Anlagen zur Verteilung von Trinkwasser so zu planen, zu bauen und zu betreiben, dass mindestens die allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) eingehalten werden.

Als eine der wichtigsten Regeln für Trinkwasseranlagen gilt seit 2013 die allgemein anerkannte Regel der Technik VDI/DVGW 6023 “Hygiene in Trinkwasser-Installationen”.

Diese sieht unter anderem eine Hygiene-Erstinspektion für die Errichtung und den Betrieb neuer Trinkwasser-Installationen in Gebäuden und auf Grundstücken vor.

Auszug aus der VDI/DVGW 6023 Abschnitt 6.9.2:
Die Einhaltung der im Abschnitt 6 aufgelisteten Anforderungen muss vor der Befüllung der Trinkwasser-Installation geprüft werden. Diese Prüfung darf nur von fachkundigen Personen mit hygienetechnischer Zusatzqualifikation durchgeführt werden

Die Hygiene-Erstinspektion muss mindestens umfassen:

  • Prüfung der erforderlichen Unterlagen auf Vollständigkeit, einschließlich Betriebsanweisungen, Instandhaltungsplan oder Hygieneplan,
  • Prüfung der Trinkwasser-Installation auf Einhaltung der Anforderungen des Raumbuchs und des Abschnitts 6 dieser Richtline
  • Prüfung von Anschlüssen zu Feuerlöschleitungen und Nichttrinkwasser-Installationen auf Zulässigkeit

Im Rahmen der Hygiene-Erstinspektion festgestellte Mängel müssen vor dem Befüllen der Trinkwasser-Installation behoben werden; die vorhandenen Unterlagen sind entsprechend zu aktualisieren
Quelle: VDI/DVGW 6023

Eine systemorientierte Analyse in Form einer Hygiene-Erstinspektion sollte in jeder Anlage bereits vor der Befüllung der Trinkwasser-Installation durchgeführt werden. Planerische Mängel oder Fehler in den Installationen können zu diesem Zeitpunkt noch mit vergleichsweise geringem Aufwand beseitigt werden. Ist die Anlage erst einmal gefüllt und verdeckt, d.h. teilweise in Wänden oder unter Deckenverkleidungen verborgen, wird eine etwaige Mangelbeseitigung sehr schnell aufwändig und teuer.

Nach der Hygiene-Erstinspektion und der Beseitigung etwaiger Mängel kann die Anlage ordnungsgemäß befüllt, gespült und in Betrieb genommen werden. Zum Nachweis einwandfreier Trinkwasserbeschaffenheit muss unmittelbar nach der Befüllung an repräsentativen endständigen Stellen eine Kontrolle der Wasserbeschaffenheit erfolgen.

Dabei sind mindestens folgende Parameter zu untersuchen:

Parameter
Koloniezahl bei 22 °C und 36 °C
Escherichia coli und coliforme Bakterien
Temperatur PWC (Kaltwasser)
Temperatur PWH/PWH-C (Warmwasser + Zirkulation)
Clostridium perfringens
Pseudomonas aeruginosa a)
a) für medizinische Einrichtungen

Grenzwert
gemäß TrinkwV, Anlage 3
nach TrinkwV, Anlage 1 und Anlage 3
gemäß VDI/DVGW 6023 Pkt. 6.1 und 6.2
gemäß DVGW W 551
0 KBE/100 ml
nicht nachweisbar in 100 ml

Quelle: VDI/DVGW 6023